Lastfälle

Wirkung und Dauerhaftigkeit einer Bauwerksabdichtung hängen nicht nur von ihrer fachgerechten Planung und Ausführung ab, sondern auch von der zweckmäßigen Planung und Ausführung des Bauwerks uns seiner Teile, auf die die Abdichtung aufgebracht wird. Dabei müssen Setzungsunterscheide, Erdruck und gegebenenfalls Lastfall „drückendes Wasser“ berücksichtigt werden.

Häufige Lastfälle die auf das Bauwerk wirken können:

 

Bodenfeuchte

Ist im Erdreich vorhandenes, kapillar gebundenes und durch die Kapillarkräfte auch entgegen der Schwerkraft fortleitbares Wasser. Bodenfeuchte ist als Mindestbeanspruchung im Boden immer vorhanden. Dieser geringste Lastfall kann nur angenommen werden, wenn das Baugelände bis zu einer ausreichenden Tiefe unter der Fundamentsohle aus nicht bindigem Boden besteht und Gleiches für das Verfüllmaterial gilt: Also zum Beispiel Sand oder Kies mit einem Durchlässigkeitsbeiwert (K) von mindestens K > 10-4 m\/s. Oberflächen- und Regenwasser kann dann bis zum freien Grundwasserstand absickern, ohne hydrostatischen Druck auf die Abdichtung auszuüben.

Nichtstauendes Sickerwasser:

Mit dem Lastfall darf nur gerechnet werden, wenn das Baugelände bis zu einer ausreichenden Tiefe unter der Fundamentsohle und auch das Verfüllmaterial der Arbeitsräume aus stark durchlässige Böden, zum Beispiel Sand oder Kies, bestehen. Um dauerhaft dem Lastfall standzuhalten, muss allerdings ein Drainagesystem im Wand- und Bodenbereich nach DIN 4095 eingebaut werden.

 

Zeitweise aufstauendes Sickerwasser:

Bei diesem Lastfall wirkt Wasser mit hydrostatischem Druck auf das Bauwerk ein. Betroffen sind Kelleraußenwände oder Bodenplatten mit Gründungstiefen bis zu 3 Meter unter GOK in wenig durchlässigen Böden und ohne Drünung nach DIN 4095.

 

Von außen drücckendes Wasser:

Gebäude bzw. Bauteile werden gegen drückendes Wasser abgedichtet, wenn sie Grundwasser oder Sickerwasser ausgesetzt sind. Der Lastfall „drückendes Wasser“ ist unabhängig von Gründungstiefe, Eintauchtiefe und Bodenart.